Hund mit Giftköder

Giftköder-Gefahren in der Stadt: Vorsicht mit jungen Hunden

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In der Stadt lauern für junge Hunde allerlei Gefahren. Neben dem Straßenverkehr zählen dazu insbesondere auch Giftköder, die Hundehasser leider regelmäßig auslegen und deren Verzehr für Ihren Vierbeiner im schlimmsten Fall tödlich enden kann. Welche Symptome auf eine Vergiftung hinweisen können und wie Sie im Ernstfall richtig reagieren, erklären wir Ihnen im Folgenden.

Giftköder und Hunde - das Wichtigste auf einen Blick

  • Der Verzehr von Giftködern kann für Ihren Hund im schlimmsten Fall tödlich enden.
  • Eine mögliche Vergiftung ist ein medizinischer Notfall, der einen sofortigen Tierarztbesuch notwendig macht.
  • Antigiftködertraining kann dabei helfen, das Risiko für Ihren Hund zu reduzieren.
  • Smartphone-Apps wie Dogorama und lokale facebook Gruppen tragen dazu bei, möglichst viele Hundehalter über Giftköderfunde zu informieren.
  • Eine Hundekrankenversicherung übernimmt die Tierarztkosten und garantiert die bestmögliche Versorgung und Nachsorge

Wie erkennt man eine Vergiftung beim Hund?

Wenn Sie beobachten, dass Ihr Hund etwas vom Wegrand fressen möchte, sollten Sie dies natürlich umgehend unterbinden. Leider ist es jedoch keine Seltenheit, dass die Vierbeiner unbemerkt einen Giftköder fressen. Als Halter bekommen Sie das erst dann mit, wenn sich bei Ihrem Hund erste Vergiftungssymptome zeigen. Um Schlimmeres verhindern zu können, sollten Sie daher wissen, wie sich eine Vergiftung bemerkbar macht. Insbesondere die folgenden Symptome können bei Ihrem Hund auf eine Vergiftung hinweisen:
  • Blasse Schleimhäute
  • Starkes Speicheln
  • Beschleunigte Atemfrequenz
  • Erbrechen
  • Durchfall
  • Blutungen
  • Zittern und Krämpfe
  • Teilnahmslosigkeit
  • Unruhe
  • Bewusstseinsstörungen

Verschiedene Arten von Giftködern

Wann die Symptome auftreten und wie stark sie ausgeprägt sind, ist vom Giftstoff abhängig. Denn die ausgelegten Giftköder können mit ganz unterschiedlichen Arten von Gift präpariert sein. Besonders häufig setzen Hundehasser auf Rattengift oder auf Schneckenkorn. Darüber hinaus können die vermeintlichen Leckerlis aber auch verschiedene Medikamente, Betäubungsmittel oder Nägel, Rasierklingen und andere gefährliche Gegenstände enthalten.

Giftköder mit Rattengift

Rattengift wird normalerweise zur Beseitigung von Rattenplagen verwendet. Um die cleveren Nager nicht misstrauisch zu machen, wirkt es zeitversetzt. Dementsprechend kann es mehrere Tage dauern, bevor erste Vergiftungssymptome sichtbar werden. Die Aufnahme von Rattengift führt zu schweren inneren Blutungen und endet nach einigen Tagen meist tödlich.

Scharfe und spitze Gegenstände in Hundeködern

Nicht immer enthalten die ausgelegten Köder Giftstoffe. So mancher Hundehasser präpariert sie stattdessen mit scharfen oder spitzen Gegenständen wie Nägeln, Glasscherben oder Rasierklingen. Der Verzehr eines solchen Köders hat für Ihren Hund ebenfalls fatale Folgen und führt oftmals zu schweren inneren Verletzungen. Ist das der Fall, bemerken Sie möglicherweise, dass Ihr Vierbeiner aus dem Maul blutet oder sich in seinem Erbrochenen Blut befindet.

Vergiftungen sind ein Fall für den Tierarzt

Wenn Sie Ihren Hund beim Fressen eines Giftköders beobachtet haben oder bei ihm mögliche Vergiftungssymptome auftreten, sollten Sie keinesfalls versuchen, sich selbst um die Behandlung zu kümmern. Führen Sie kein Erbrechen herbei, da es beim Hochwürgen scharfer Gegenstände oder ätzender Substanzen zu zusätzlichen Verletzungen kommen kann. Begeben Sie sich stattdessen umgehend zur nächsten Tierklinik oder zum Tierarzt. Kündigen Sie Ihr Kommen vorab an, sodass Sie vor Ort nicht warten müssen. Denn bei einer Vergiftung zählt oft jede Minute. Je eher Ihr Vierbeiner fachgerecht versorgt wird, desto höher sind seine Überlebenschancen. Die Behandlung einer Vergiftung kann schnell hohe Kosten verursachen. Glücklicherweise sind sie von guten Hundekrankenversicherungen im Normalfall abgedeckt. Als Versicherungsnehmer können Sie sich somit voll und ganz auf die Versorgung Ihres Hundes konzentrieren.

Risiken mit Antigiftködertraining minimieren

Als Halter wissen Sie vermutlich aus eigener Erfahrung, wie groß der Appetit von Hunden oft ist. Es gibt kaum einen Vierbeiner, der einem Snack am Wegrand widerstehen kann. Das gilt vor allem dann, wenn es sich dabei um etwas besonders Schmackhaftes wie ein Stück Wurst oder Hackfleisch handelt. Dieses Verhalten wird sich ein Hund zwar nie vollständig abgewöhnen lassen. Indem Sie dem Vierbeiner beim Gassigehen genug Aufmerksamkeit schenken und sich tatsächlich aktiv mit ihm beschäftigen, können Sie die unkontrollierte Nahrungssuche jedoch recht gut unterbinden.

Zusätzlich ist es zur Minimierung des Risikos ratsam, ihm frühzeitig beizubringen, dass er nichts fressen darf, was er beim Gassigehen auf dem Boden findet. Bei diesem sogenannten Antigiftködertraining geht es darum, mit Ihrem Hund ein Abbruchsignal für den Ernstfall zu üben.

Beginnen Sie zunächst mit dem Üben auf kurze Distanz. Sobald das gut klappt, können Sie dazu übergehen, das Abbruchsignal auch über eine größere Distanz zu trainieren. Schließlich wird Ihr Hund beim Gassigehen sehr wahrscheinlich nicht immer direkt neben Ihnen laufen. Es ist daher wichtig, dass Sie ihn bei Bedarf auch aus der Ferne dazu bringen können, von einem potentiellen Giftköder abzulassen.

Giftköder anderen Hundehaltern melden

Es wird sich leider nie ganz vermeiden lassen, dass Hundehasser Giftköder auslegen. Um über Funde in Ihrer Region informiert zu sein und andere Hundebesitzer zu warnen, können Sie zum Beispiel die kostenlose Smartphone-App Dogorama oder auch regionale Gruppen bei facebook nutzen.

Fazit

Wie Sie sehen, stellen Giftköder für Hunde eine ernste Gefahr dar. Vor allem heranwachsende Vierbeiner müssen erst noch lernen, dass sie nicht einfach alles fressen dürfen, was sie beim Gassigehen finden. Zu diesem Zweck ist es sinnvoll, schon früh mit dem Antigiftködertraining zu beginnen und Ihren Hund beim Gassigehen nicht die ganze Zeit sich selbst zu überlassen.