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Analytische Bestandteile von Hundefutter: Wofür stehen Begriffe wie Rohasche und Rohprotein?

Schwarzer Hund streckt Zunge heraus

Ein Blick auf die Verpackungsrückseite liefert nicht nur Informationen zu den Inhaltsstoffen des jeweiligen Hundefutters. Darüber hinaus finden sich dort auch Angaben zu den analytischen Bestandteilen. Was es mit Begriffen wie Rohasche und Rohfaser auf sich hat und ob sich mit ihrer Hilfe Rückschlüsse auf die Futterqualität ziehen lassen, erklären wir Ihnen im Folgenden.

Analytische Bestandteile des Hundefutters - das Wichtigste auf einen Blick

  • Die analytischen Bestandteile gehören zu den Pflichtangaben, die jeder Hersteller auf der Verpackung seines Hundefutters abdrucken muss.
  • Da die analytischen Bestandteilen lediglich Mengenangaben darstellen, liefern Sie keine Informationen zur Futterqualität.
  • Bei ernährungsphysiologischen Zusatzstoffen handelt es sich um Mikronährstoffe, die dem Hundefutter beigefügt wurden.
  • Ja nach Rasse, Alter und Lebenssituation kann ein Futter mit mehr oder weniger Rohprotein und Rohfett die richtige Wahl sein.

Rohasche

Für die Ermittlung der Rohasche wird das Futter im Labor erhitzt, bis es verbrennt. Bei den nicht brennbaren Bestandteilen, die dabei zurückbleiben, handelt es sich hauptsächlich um Mineralstoffe.

Rohfaser

Mit dem Begriff Rohfaser sind die nicht löslichen Ballaststoffe, die im Hundefutter enthalten sind, gemeint. Bei diesen kann es sich beispielsweise um Inulin oder Rübentrockenschnitzel handeln. Die Aufgabe der Rohfasern besteht darin, die Darmmotorik anzuregen, sodass der Hund seine Nahrung optimal verdauen kann.

Rohfett

Die Bezeichnung Rohfett ist ein Sammelbegriff für sämtliche Fette, die im Hundefutter enthalten sind. Das schließt sowohl tierische Fette wie Hühnerfett als auch pflanzliche Fette wie Sonnenblumenöl und andere Öle mit ein.

Rohprotein

Der Begriff Rohprotein gibt an, wie viel Eiweiß ein Hundefutter enthält. Genau wie beim Rohfett handelt es sich dabei um eine reine Mengenangabe, die keine Rückschlüsse auf bestimmte Proteinquellen ermöglicht. Sowohl tierisches Eiweiß aus Fleisch oder Fisch als auch pflanzliche Proteine, wie sie beispielsweise in Getreide enthalten sind, gehören dazu.

Feuchtigkeitsgehalt

Anhand der Feuchte oder des Feuchtigkeitsgehalts lässt sich erkennen, wie viel Flüssigkeit ein Hundefutter enthält. Bei Nassfutter ist der Wert natürlich deutlich höher als bei Trockenfutter. Während ein Nassfutter durchaus einen Feuchtigkeitsgehalt von 70 oder 80 Prozent aufweisen kann, liegt dieser bei Trockenfutter meist bei höchstens 10 Prozent.

Ernährungsphysiologische Zusatzstoffe

Bei herkömlichem Nass- und Trockenfutter, das bei den Hauptmahlzeiten im Futternapf des Hundes landet, handelt es sich um sogenannte Alleinfuttermittel. Das bedeutet, dass das Futter den Vierbeiner mit sämtlichen lebensnotwendigen Nährstoffen versorgen muss. Dazu zählen nicht nur Makronährstoffe wie Fett und Eiweiß. Darüber hinaus muss das Futter auch diverse Mikronährstoffe enthalten und dem Hund zum Beispiel Zink, Eisen oder auch Vitamin A liefern. Üblicherweise werden die im Hundefutter enthaltenen ernährungsphysiologischen Zusatzstoffe in mg oder IE pro Kilogramm angegeben.

Aussagekraft der analytischen Bestandteile hinsichtlich der Qualität

Bei den analytischen Bestandteilen, die auf der Futterverpackung aufgelistet sind, handelt es sich um Pflichtangaben. Die Werte können Ihnen eine schnelle Übersicht über die im Hundefutter enthaltenen Nährwerte liefern. Das ist zwar durchaus hilfreich. Informationen zu den verwendeten Zutaten oder gar zur Futterqualität liefern sie Ihnen jedoch nicht. Denn bei den analytischen Bestandteilen handelt es sich um reine Mengenangaben. 13 Prozent Rohfett in einem Trockenfutter können beispielsweise sowohl für die Hundegesundheit wichtige Fette als auch billige Pflanzenöle mit einschließen. Genauso können sich die 25 Prozent Rohprotein desselben Futters aus tierischen und pflanzlichen Proteinen in unbekannter Menge zusammensetzen.

Wie wichtig sind die analytischen Bestandteile für den Hund?

Für ein möglichst langes und gesundes Hundeleben ist es von entscheidender Bedeutung, die individuellen Ernährungsbedürfnisse zu berücksichtigen. Je nach Rasse, Alter und Lebenssituation benötigt ein Hund ein Futter mit einer anderen Zusammensetzung. Dementsprechend können auch die Werte der analytischen Bestandteile unterschiedlich hoch sein. Wollen Sie beispielsweise das Wachstum Ihres Welpen optimal unterstützen, ist es wichtig, dass das Futter des kleinen Vierbeiners eiweiß- und kalorienreich ist. Ein erwachsener Hund braucht hingegen etwas weniger Eiweiß und Energie, weshalb sein Futter im Vergleich zu Welpenfutter geringere Werte für Rohprotein und Rohfett aufweist.
Weitere Faktoren, die in dieser Hinsicht wichtig sein können, sind insbesondere:
  • Die Rasse (Große Hunde haben normalerweise einen langsameren Energiestoffwechsel als kleine.)
  • Körperliche Aktivitäten (Dienst- und Sporthunde verbrauchen mehr Energie als reine Gesellschaftshunde.)
  • Trächtigkeit (Eine trächtige Hundedame braucht ein besonders energie- und proteinreiches Hundefutter.)

Analytische Bestandteile des Hundefutters – unser Fazit

Es ist ohne Zweifel sinnvoll, beim Kauf von Hundefutter auch den Informationen auf der Verpackungsrückseite ein wenig Beachtung zu schenken. Obwohl die analytischen Bestandteile im Hinblick auf die Futterqualität nicht wirklich etwas aussagen, können sie Ihnen durchaus dabei helfen, das richtige Futter für Ihren vierbeinigen Mitbewohner auszuwählen.