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Hundebiss – was tun?

In der Regel sind Hunde sehr friedliche Tiere, die mit Menschen gut zurecht kommen. Leider kann es aus verschiedensten Gründen dennoch immer wieder einmal vorkommen, dass ein Vierbeiner zubeißt.

Was Sie im Falle eines Hundebisses tun sollten, erklären wir Ihnen in diesem Artikel. Außerdem gehen wir auf die möglichen Ursachen, die zu Beißattacken führen können, ein.

Das Wichtigste auf einen Blick:

  • Obwohl Hunde eigentlich friedlich sind, kommt es jedes Jahr zu mehreren tausend Beißattacken.
  • Hundebisse können schwere Verletzungen verursachen und darüber hinaus zu Infektionen führen.
  • Schwere Bisswunden müssen in jedem Fall von einem Arzt versorgt werden.
  • Das Bissopfer kann den Halter beim Ordnungsamt melden sowie Schadensersatz und Schmerzensgeld verlangen.
  • Betroffene Hundebesitzer sollten den Ursachen für den Hundebiss auf den Grund gehen und dafür sorgen, dass sich ein solcher Vorfall nicht wiederholt.

Mögliche Folgen eines Hundebisses

Hunde haben ein ausgesprochen kräftiges Gebiss, mit dem sie ihrem Opfer schwere Verletzungen zufügen können. Auch wenn es in vielen Fällen bei oberflächlichen Hautverletzungen oder harmlosen Quetschungen bleibt, können Hundebisse daher durchaus Knochenbrüche oder durchtrennte Muskeln und Nerven verursachen.

Zum Teil kann es infolge eines Hundebisses sogar zu einem Absterben von Gewebe kommen.

In den meisten Fällen beißen Hunde ihre Opfer in die Arme oder Beine. Das Gesicht ist in rund 30 Prozent aller Fälle betroffen. Hundebisse im Gesicht sind oft mit besonders schweren Verletzungen verbunden und aufgrund der geringeren Körpergröße vor allem bei Kindern wahrscheinlich.

Hundebisse können sich infizieren

Von den Folgen der Bissverletzung an sich einmal abgesehen, sollte auch das Risiko einer möglichen Infektion nicht unterschätzt werden. Man geht davon aus, dass sich etwa jeder fünfte Hundebiss infiziert.

Sollten bei Ihnen Symptome wie Rötungen oder Fieber auftreten, ist ein Arztbesuch auch mit einer vermeintlich harmlosen Bissverletzung unverzichtbar.

Beachten Sie in diesem Zusammenhang auch, dass ein Hundebiss unter Umständen zu einer lebensgefährlichen Infektion mit Tetanus führen kann. Falls Ihre letzte Tetanusimpfung bereits länger her ist, sollten Sie Ihren Impfschutz im Falle einer Beißattacke daher unbedingt auffrischen lassen.

Was Sie bei einem Hundebiss im Ausland tun sollten

Natürlich besteht nicht nur in Deutschland, sondern auch im Ausland die Möglichkeit, von einem Hund gebissen zu werden. Seien Sie sich für diesen Fall bewusst, dass Tollwut in einigen Ländern noch immer weit verbreitet ist.

Es kann daher selbst bei einem leichten Hundebiss sein, dass Sie sich mit dieser gefährlichen Krankheit infizieren. Aus diesem Grund sind auch harmlose Bissverletzungen im Ausland ein Fall für den Arzt.

Einen Hundebiss richtig versorgen

Wurden Sie von einem Hund gebissen, gilt es zunächst einmal Ruhe zu bewahren. Leichte Bisswunden müssen nicht unbedingt von einem Arzt versorgt werden. Handelt es sich lediglich um oberflächliche Hautverletzungen, reicht es zunächst aus, die Wunde zu säubern, zu desinfizieren und zu verbinden.

Bei tieferen Wunden und ernsten Verletzungen sieht das jedoch anders aus. In diesem Fall ist eine Fahrt ins Krankenhaus oder in eine Arztpraxis unerlässlich. Dort können eventuell vorhandene Fremdkörper entfernt sowie eine fachmännische Reinigung und Desinfektion der Wunde vorgenommen werden.

Darüber hinaus kann der Arzt prüfen, ob der Hundebiss weitere Schäden verursacht hat und die Bisswunde möglicherweise genäht werden muss. Zur Vermeidung einer Infektion werden Sie zudem vermutlich ein geeignetes Antibiotika verordnet bekommen.

Wer für den Hundebiss haftet

Je nach Schwere der Bissverletzung ist die Versorgung der Wunde nach einem Hundebiss zunächst einmal natürlich das Wichtigste. Davon abgesehen hat das Ganze jedoch auch eine rechtliche Komponente. Immerhin kann ein Hundebiss für das Opfer ernste Folgen haben und ist daher mit Sicherheit keine Lappalie.

Im Normalfall ist der Besitzer für das Verhalten seines Hundes verantwortlich und daher auch in der Haftung, falls das Tier einem Menschen Schaden zufügt.

Sollten Sie sich für rechtliche Schritte gegen den Hundehalter entscheiden, ist es zunächst einmal wichtig, dass Sie Beweise sichern. Fotografieren Sie die Bissspuren und suchen Sie einen Arzt, der die Verletzungen dokumentieren kann, auf. Lassen Sie sich zudem die Daten des Hundebesitzers sowie von möglichen Zeugen des Vorfalls geben.

Was Opfer eines Hundebisses tun können

Sie haben eine Reihe von Möglichkeiten, um nach einem Hundebiss gegen den Halter des Tieres vorzugehen. Welche dieser Maßnahmen Sie ergreifen möchten, obliegt natürlich Ihrer persönlichen Entscheidung.

Berücksichtigen Sie dabei jedoch, dass es möglicherweise erneut zu einem Zwischenfall kommen kann. Gerade wenn ein Hund ohne ersichtlichen Grund zugebissen hat, kann er eine potentielle Gefahr darstellen, weshalb Sie einen Hundebiss in diesem Fall nicht auf sich beruhen lassen sollten.

Als Opfer eines Hundebisses können Sie folgende Maßnahmen ergreifen::

  • Sie können den Halter bei der Polizei anzeigen. Diese wird den Vorfall in der Regel jedoch nicht verfolgen.
  • Sie können das Ordnungsamt über den Hundebiss informieren. Dieses entscheidet, ob der Halter in Zukunft Auflagen erfüllen oder den Hund abgeben muss.
  • Sie können den Hundebesitzer auf Schadensersatz und Schmerzensgeld verklagen. In diesem Fall empfehlen wir Ihnen, einen Anwalt einzuschalten.

Hundehalter dürfen aggressives Verhalten nicht ignorieren

Unter normalen Umständen handelt es sich bei Hunden um friedliche Tiere, die mit Menschen und Artgenossen gut zurecht kommen und denen es fernliegt, einfach zuzubeißen.

Als betroffener Halter sollten Sie einen Hundebiss daher keinesfalls auf die leichte Schulter nehmen, sondern sich ernsthaft mit den möglichen Ursachen auseinandersetzen. Schließlich tragen Sie die Verantwortung für Ihren Hund und haben daher dafür zu sorgen, dass sich der Vorfall nicht wiederholt.

Warum Hunde zubeißen

Die Gründe, aus denen ein Hund einen Menschen oder auch einen Artgenossen beißt, sind zahlreich. Möglicherweise hat der Vierbeiner ganz einfach beim Herumtoben aus Übermut zugeschnappt. Vielleicht hatte er aber auch Angst und dachte, er müsse sich verteidigen.

Weitere mögliche Ursachen für aggressives Verhalten bei Hunden:

  • Der Hund hört und sieht nicht gut und ist daher besonders schreckhaft.
  • Das Tier leidet unter Schmerzen und hat deshalb eine niedrigere Reizschwelle.
  • Der Vierbeiner hat schlechte Erfahrungen mit Menschen gemacht.
  • Der Halter kümmert sich nicht genug um seinen Hund oder hat bei dessen Erziehung Fehler gemacht.

Was betroffene Halter nach einem Hundebiss tun sollten

Haben Sie den Verdacht, dass Ihr Vierbeiner unter Schmerzen leidet oder vielleicht nicht richtig sieht, sollten Sie unbedingt einen Termin mit dem Tierarzt vereinbaren. Dieser kann Ihren Hund untersuchen und bei Bedarf die notwendigen Behandlungsmaßnahmen ergreifen.

Für den Fall, dass das aggressive Verhalten keine gesundheitlichen Ursachen hat, empfehlen wir Ihnen, sich professionellen Rat zu suchen. Ein Hundetrainer kann Ihnen dabei helfen, Ihren Hund zu erziehen und Ihnen zeigen, wie Sie sich in potentiell riskanten Situationen richtig verhalten.

Nehmen Sie das aggressive Verhalten Ihres Hundes unbedingt ernst und ergreifen Sie die erforderlichen Maßnahmen, um Hundebisse künftig zu vermeiden. Das kann auch mit einschließen, dass Sie Ihren Vierbeiner zumindest vorübergehend nicht mehr von der Leine lassen oder ihm gar einen Maulkorb anlegen.