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Rottweiler Erziehung: das sollten Sie beachten

Hundebisse sind leider keine Seltenheit und führen gerade bei großen Rassen oft zu schweren Verletzungen. Ein Hund, der in diesem Zusammenhang immer wieder in die Schlagzeilen gerät, ist der Rottweiler.

 

Bei vielen Menschen hat er deshalb einen schlechten Ruf und gilt als gefährlich. Unabhängig davon, ob dieser Eindruck der Realität entspricht, ist die richtige Erziehung beim Rottweiler besonders wichtig. Worauf es dabei ankommt, erklären wir Ihnen im Folgenden.

Das Wichtigste auf einen Blick:

  • Rottweiler kamen ursprünglich zum Bewachen und Treiben von Viehherden zum Einsatz.
  • Konsequenz ist für die Erziehung des Rottweilers sehr wichtig.
  • Eine frühzeitige Sozialisierung der Welpen trägt zur Vermeidung von späteren Problemen bei.
  • In einigen Bundesländern, in denen die Rasse zu den Listenhunden zählt, müssen Halter besondere Auflagen erfüllen.
  • Unerfahrene Personen sollten von der Anschaffung eines Rottweilers absehen.

Herkunft und Geschichte des Rottweilers

Der Rottweiler ist eine deutsche Hunderasse, deren Ursprünge vermutlich bis zu den Hirtenhunden des antiken Roms reichen. Im Mittelalter war die Rasse vor allem in der Gegend um die Stadt Rottweil verbreitet, der der Rottweiler auch seinen Namen zu verdanken hat.

Im 18. und 19 Jahrhundert war Rottweil ein wichtiges Zentrum für den Viehhandel, in dem der Rottweiler für das Treiben und Bewachen der Tiere eingesetzt wurde. Dies änderte sich jedoch mit der zunehmenden Verbreitung von Fahrzeugen und Eisenbahnen.

Anfang des 20. Jahrhunderts entdeckte man schließlich seine Eignung als Diensthund bei Polizei und Militär, wo er auch heute noch verwendet wird. Darüber hinaus sind Rottweiler mittlerweile beliebte Wachhunde und werden zudem oft auch einfach als Familienhund gehalten.

Wesen des Rottweilers

Das Wesen des Rottweilers ist grundsätzlich freundlich und friedlich. Die arbeitsfreudigen Tiere gelten als anhänglich und kinderlieb. Darüber hinaus sind sie gehorsam und lassen sich gut führen. Gleichzeitig ist der Rottweiler stets aufmerksam und besitzt einen unerschrockenen Charakter sowie ein selbstsicheres Auftreten.

Warum Rottweiler ein Risiko darstellen können

Trotz des vermeintlich friedvollen Wesens scheint von dieser Rasse zumindest bis zu einem gewissen Maß eine Gefahr auszugehen. Das legen zumindest verschiedene Studien nahe, die zu dem Ergebnis kommen, dass Rottweiler überdurchschnittlich oft für Beißattacken verantwortlich sind. Hinzu kommt die große Kraft, über die Rottweiler verfügen. Rüden bringen rund 50 Kilo auf die Waage und erreichen eine Schulterhöhe von bis zu 68 Zentimetern. Wenn es zu einem Angriff durch einen Rottweiler kommt, hat dieser daher oft schlimme Folgen für das Opfer.

Nichtsdestotrotz dürfte die Ursache für Probleme in erster Linie in einer falschen Erziehung des Rottweilers sowie einer mangelnden Sozialisierung des Tieres liegen. Denn der Rottweiler gehört zu den Rassen mit einem starken Schutzinstinkt und einem ausgeprägten Revierverhalten, weshalb eine unzureichende Erziehung bei ihm sehr schnell zu unerwünschten Verhaltensweisen führen kann.

Die Rottweiler Erziehung ist nichts für Anfänger

Die Erziehung eines Rottweilers ist nichts für Anfänger. Die imposanten Tiere benötigen eine klare Führung durch einen Halter, den sie als Autoritätsperson wahrnehmen. In Anbetracht ihrer Instinkte und ihrer Kraft ist eine konsequente Erziehung bei Rottweilern von klein auf unerlässlich. Übertriebene Härte ist dabei allerdings kontraproduktiv. Stattdessen sollte der Vierbeiner lernen, seinen Besitzer als verlässlichen Partner, der jedoch stets das Sagen hat, wahrzunehmen.

Praktische Tipps für die Erziehung Ihres Rottweilers:

  • Schläge sind bei der Rottweiler Erziehung ein absolutes Tabu.
  • Lob und Belohnungen führen eher zum Ziel als Strafen.
  • Durch Konsequenz lernt ein Rottweiler, sich richtig zu verhalten.
  • Vor allem in den ersten Monaten benötigen die jungen Hunde viel Zuwendung.
  • Auch erwachsene Tiere müssen beschäftigt und ausgelastet werden.
  • In einer Hundeschule erhalten Halter eines Rottweilers Unterstützung bei der Erziehung.

Frühzeitige Sozialisierung für die Rottweiler Erziehung

Zur Erziehung eines Rottweilers gehört auch eine gute Sozialisierung mit anderen Hunden. Diese dient dazu, späteren Problemen mit Artgenossen vorzubeugen. Aus diesem Grund sollte ein Welpe schon früh Kontakt mit anderen Hunden haben und so das richtige Verhalten in der Gruppe lernen. Der Besuch einer Welpenspielgruppe kann bei der Sozialisierung helfen.

Auflagen für Besitzer eines Rottweilers

In einigen Bundesländern zählt der Rottweiler zu den Listenhunden und gilt somit als potentiell gefährlich. Ist das der Fall, sind für die Haltung besondere Auflagen vorgesehen.

Diese können sich je nach Bundesland unterscheiden und zum Beispiel eine generelle Leinenpflicht oder auch einen Wesenstest für Rottweiler vorsehen. Zudem müssen Halter von Listenhunden in der Regel deutlich mehr Hundesteuer zahlen.

Rottweiler Erziehung – unser Fazit

Beim Rottweiler handelt es sich um eine große und starke Hunderasse, die aufgrund ihres ursprünglichen Zuchtzwecks mitunter problematische Instinkte an den Tag legt. Dennoch ist es ohne weiteres möglich, in dieser Rasse einen treuen Begleiter, der auch Kindern gegenüber liebevoll auftritt, zu finden. Dafür ist es jedoch notwendig, der Erziehung des Rottweilers die erforderliche Aufmerksamkeit zu widmen und Fehler bei der Haltung von klein auf zu vermeiden. Wer seinen Welpen zudem bei einem seriösen Züchter kauft und ihn von Anfang an gut sozialisiert, darf sich über einen gehorsamen und anhänglichen Hund freuen.

Allerdings erfordern Haltung und Erziehung eines Rottweilers ein gewisses Maß an Erfahrung, weshalb wir Anfängern raten, sich für eine andere Rasse zu entscheiden.