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Trächtigkeit bei der Hündin erkennen: Was sind die Anzeichen?

 

Ist Ihre Hündin trächtig oder nicht? Eine Trächtigkeit bei der Hündin zu erkennen, ist nicht ganz einfach. Viele Anzeichen können genauso auf eine Scheinträchtigkeit hindeuten. Wir zeigen Ihnen, wie Sie erkennen, ob Ihre Hündin trächtig ist und mit welchen tierärztlichen Untersuchungen eine Trächtigkeit sicher diagnostiziert werden kann.

Anzeichen einer Trächtigkeit bei der Hündin

Ist eine Hündin trächtig, verändert sich häufig ihr Verhalten. Wie stark diese Veränderungen aussehen, ist individuell und hängt unter anderem davon ab, ob es sich um eine noch junge oder um eine bereits erfahrene Hündin handelt.

Viele Hündinnen erscheinen leicht erschöpft, sind ruhiger und schlafen mehr. Sie suchen sich ungestörte Plätze und meiden gelegentlich auch den Kontakt zu Artgenossen. Bei jungen, unerfahrenen Hündinnen kann aber auch das Gegenteil eintreten. Sie werden unruhig, reagieren im Alltag unsicherer als zuvor und suchen häufig den Kontakt zu Ihnen als Halter. Diese Unruhe kann anfangs dazu führen, dass sie etwas futtermäkelig werden.

Ab der 3. Woche ist ein klarer, schleimiger Vaginalausfluss zu beobachten, der mit dem Einnisten der Eizellen in die Gebärmutter zusammen hängt. Kurz darauf können sich schon die Milchleisten leicht verändern. Sie werden aufgrund der stärkeren Durchblutung dunkler, fester und schwellen minimal an. Ihnen wird dies aber möglicherweise gar nicht auffallen, wenn Sie sich die Zitzen Ihrer Hündin nicht vorher schon genau angesehen haben.

Nun steigert sich bei den meisten trächtigen Hündinnen auch der Appetit. Ab der 6. Woche beschleunigt sich das Wachstum der Welpen, Ihre Hündin wird rundlicher und ihr Energiebedarf steigt deutlich. Je nach Größe des Wurfes kann es sein, dass der Magen sich nicht mehr so stark weiten kann und Ihre Hündin ihre Futterportionen nicht mehr auffressen mag und ihr vielleicht sogar übel wird. Mehrere kleine Mahlzeiten am Tag sind jetzt sinnvoller als zwei große.

Die Trächtigkeit bei der Hündin dauert etwa 63 Tage. Zum Ende der Tragzeit schwillt ihr Gesäuge deutlich an und kurz vor der Geburt kommen bereits einige Milchtropfen.

Trächtigkeit oder Scheinschwangerschaft?

Anhand des Verhaltens Ihrer Hündin zu erkennen, ob sie trächtig ist, ist zumindest in der ersten Hälfte der Trächtigkeit kaum möglich. Genauso könnte es eine Scheinschwangerschaft sein.

Nach der Läufigkeit folgt die Zyklusphase „Metöstrus“. Mit Eintritt in diese drei bis vier Monate andauernden Phase sorgen Hormone wie das Schwangerschaftshormon Progesteron für einen Schutz der sich einnistenden Eizellen. Nach einiger Zeit sinkt dieses Hormon wieder und wird von Prolaktin abgelöst. Prolaktin aktiviert Milchdrüsen und ist verantwortlich dafür, dass Ihre Hündin Muttergefühle entwickelt. Dieses völlig normale, hormonelle Geschehen stammt noch von ihren Vorfahren. Bei Wölfen und Wildhunden können diese nicht vom Rüden gedeckten Hündinnen dank dieses hormonellen Zusammenspiels ebenfalls Milch bilden. Sie springen als Ziehmütter ein, wenn die Mutterhündinnen ausfallen oder unterstützten sie bei der Aufzucht.

Die nach der Läufigkeit ausgeschütteten Hormone machen es Ihnen nur mit viel Erfahrung möglich, eine bestehende Trächtigkeit sicher von einer Scheinträchtigkeit zu unterscheiden.

Trächtigkeitsuntersuchung beim Tierarzt

Haben Sie den Verdacht, dass Ihre Hündin gedeckt wurde und sie trächtig sein könnte, ist eine tierärztliche Untersuchung die einzige und wirklich sichere Möglichkeit, dies zu bestätigen.

Abtasten

Das Abtasten war früher der schnellste und einfachste Weg, um das Vorliegen einer Trächtigkeit zu bestätigen. Diese Methode birgt aber Gefahren, denn falscher oder zu starker Druck könnten den Welpen schaden. Sie sollte deshalb, wenn überhaupt, nur von erfahrenen Tierärzten durchgeführt werden.

Blutuntersuchung

Mit einer Blutuntersuchung lässt sich eine Trächtigkeit sicher bestimmen. Untersucht wird auf das Hormon Relaxin hin, das von der Plazenta nur während einer Schwangerschaft gebildet wird und deshalb auch nur beim Vorliegen dieser im Blut nachgewiesen werden kann.

Ist der Relaxin-Nachweis positiv, ist Ihre Hündin ganz sicher tragend. Fällt der Test aber negativ aus, ist eine Trächtigkeit zwar unwahrscheinlich, kann aber nicht zu 100 % ausgeschlossen werden. Bei sehr kleinen Würfen ist Relaxin manchmal kaum oder gar nicht nachweisbar.

Ultraschalluntersuchung

Nach der 3. Woche der Trächtigkeit bei der Hündin, etwa um den 21. – 25. Tag, sind die ungeborenen Welpen bei einer Ultraschalluntersuchung gut zu erkennen und der Tierarzt kann eine Trächtigkeit sicher feststellen. Wenige Tage später sind auch die Herztöne der Welpen sichtbar.

Außerdem kann der Tierarzt im Laufe der Trächtigkeit mit Ultraschalluntersuchungen Qualität und Menge des Fruchtwassers, Aktivität der Welpen und ihre schon angelegten Organe kontrollieren.

Röntgenuntersuchung

Nach der 7. Trächtigkeitswoche, etwa um den 42. – 45. Tag, werden die Skelette der Welpen gut auf dem Röntgenbild sichtbar. Das Röntgen ist für die Feststellung einer Trächtigkeit heute nicht mehr üblich. Die Anzahl der Welpen lässt sich aber mit dem Röntgen oft besser bestimmen als mit dem Ultraschall. Während bei einer Ultraschalluntersuchung schon mal Welpen übersehen werden können, wenn diese übereinander liegen, kann auf dem Röntgenbild die Zahl der Wirbelsäulen gezählt werden. Bei Letzterem wird ein Welpe nur übersehen, wenn zwei Wirbelsäulen ziemlich genau übereinander liegen, was selten vorkommt.

Fazit:

Ob Ihr Hund tatsächlich trächtig oder nur scheinträchtig ist, kann nur Ihr Tierarzt sicher bestimmen. Für das Eintreten einer Trächtigkeit bei der Hündin ist es Voraussetzung, dass sie während ihrer Läufigkeit von einem Rüden gedeckt wurde. Haben Sie aber aufgepasst und können es ausschließen, wird es sich eher um eine Scheinträchtigkeit handeln.