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Warum knabbert der Hund an mir?

Wer sich näher mit dem Verhalten von Hunden beschäftigt, wird dabei schnell feststellen, wie viel sich aus der Körpersprache und einzelnen Verhaltensweisen ablesen lässt. Von Gähnen über Niesen bis hin zu Bellen gibt es unzählige Signale, mit denen Hunde sowohl untereinander als auch mit ihren Besitzern kommunizieren.

Dazu gehört gelegentlich auch vorsichtiges Knabbern. Was das zu bedeuten hat und ob Sie Ihrem Vierbeiner dieses Verhalten abgewöhnen sollten, erklären wir Ihnen im Folgenden.

Das Wichtigste auf einen Blick

  • Hunde haben einen natürlichen Kautrieb, der aufgrund von Unterforderung und Stress gelegentlich Überhand nehmen kann.
  • Leichtes Knabbern ist ein Zeichen der Zuneigung und wird bei Hunden untereinander unter anderem auch zur Fellpflege genutzt.
  • Schnappen oder Kneifen mit den Zähnen ist für Hunde ein absolutes Tabu und sollte daher unbedingt unterbunden werden.

Hunde haben einen natürlichen Kautrieb

Es liegt in der Natur von Hunden, auf Gegenständen herum zu kauen. Bei manchen Hunden ist dieses Verhalten besonders ausgeprägt. Zudem können Langeweile und Stress dazu führen, dass sich diese instinktive Gewohnheit bei Ihrem Vierbeiner verstärkt.

Mit bedarfsgerechter Auslastung sowie geeigneten Kaugelegenheiten wie Kausnacks und Kauspielzeug können Sie dafür sorgen, dass das Verhalten nicht Überhand nimmt und Ihr Vierbeiner keine Einrichtungsgegenstände oder sonstige Besitztümer zerstört.

Knabbern als Zeichen der Zuneigung

In der Regel hat das Knabbern des Hundes an seinem Besitzer jedoch nichts mit seinem Kautrieb zu tun. Stattdessen handelt es sich dabei für gewöhnlich um ein Zeichen der Zuneigung.

Dieses Verhalten lässt sich mitunter auch bei Hunden untereinander beobachten. Dort dient das vorsichtige Knabbern der Rangfestigung innerhalb des Rudels sowie zur Beruhigung und zur Fellpflege. Normalerweise knabbern dabei stets rangniedere Tiere an ihnen übergeordneten Artgenossen.

Wenn Ihr Hund vorsichtig an Ihnen knabbert, ohne dass er Ihnen dabei wehtut, können Sie sein Verhalten daher als Kompliment sehen. Der Vierbeiner möchte Ihnen lediglich zeigen, dass er Sie mag und versucht durch das Knabbern zudem Ihr “Fell” zu pflegen.

Wann Knabbern bei Hunden zum Problem wird

Im Normalfall ist das Knabbern eines Hundes unproblematisch und nicht schmerzhaft. Schnappt der Vierbeiner jedoch etwas fester zu, sieht das natürlich anders aus. Immerhin haben Hunde je nach Rasse eine enorme Beißkraft, mit der sie schnell ernste Verletzungen verursachen können.

Festes Kneifen oder Schnappen mit den Zähnen ist daher eine Verhaltensweise, die Sie keinesfalls ignorieren dürfen. Unterbinden Sie dieses Verhalten umgehend und gehen Sie seiner Ursache zeitnah auf den Grund.

Gerade bei sehr anspruchsvollen Hunderassen, wie zum Beispiel dem Malinois, ist dieses Verhalten oftmals ein Anzeichen für Unterforderung. Aktivitäten wie Hundesport können dabei helfen, dem entgegenzuwirken. Unter Umständen kann es allerdings durchaus sein, dass Sie die Hilfe eines Hundetrainers brauchen, um Ihrem Hund das Kneifen mit seinen Zähnen abzugewöhnen.

Fazit

Wie Sie sehen, ist vorsichtiges Knabbern bei Hunden eine durchaus normale Verhaltensweise, mit der Ihr Vierbeiner Ihnen seine Zuneigung zeigen möchte. Sofern er Ihnen dabei nicht wehtut und es Sie nicht stört, können Sie ihn daher bedenkenlos gewähren lassen.

Festeres Kneifen sollte hingegen ebenso unterbunden werden wie das wahllose Herumkauen auf nicht dafür vorgesehenen Gegenständen. Eine bedarfsgerechte Auslastung, genug Aufmerksamkeit und erlaubte Alternativen wie Kausnacks oder Kauspielzeug können in dieser Situation helfen. Bei Bedarf sollten Sie jedoch auch nicht zögern, Rat bei einem erfahrenen Hundetrainer zu suchen.