Home » Magazin » Katzen

Sind weiße Katzen taub?

Es gibt eine Reihe von Erbkrankheiten, die bei Katzen auftreten können. So sind weiße Katzen zum Beispiel vergleichsweise häufig taub. Das gilt vor allem dann, wenn sie gleichzeitig auch blaue Augen haben. Woran das vermutlich liegt, erklären wir Ihnen im Folgenden.

Das Wichtigste auf einen Blick

  • Schätzungen zufolge ist ungefähr jede zweite weiße Katze von Geburt an taub.
  • Bei weißen Katzen mit blauen Augen ist das Risiko für Gehörlosigkeit besonders hoch.
  • Man nimmt an, dass ein Defekt des für die weiße Farbe verantwortlichen Gens zu Taubheit führt.
  • Meist lässt sich die Gehörlosigkeit nur durch einen speziellen Hörtest beim Tierarzt feststellen.
  • Taube Katzen sollten aus Sicherheitsgründen nicht als Freigänger gehalten werden.

Taubheit aufgrund eines Gendefekts bei weißen Katzen

Die Tatsache, dass weiße Katzen mit blauen Augen überdurchschnittlich oft von Taubheit betroffen sind, deutet darauf hin, dass ein Gendefekt für die Gehörlosigkeit verantwortlich ist.

Das für die weiße Pigmentierung verantwortliche Gen kommt bei vielen Katzenrassen vor. Dazu zählen unter anderem die Britisch Kurzhaar, die Maine Coon sowie die Norwegische Waldkatze und die Perserkatze.

Bei diesen Katzen ist angeborene Taubheit deutlich verbreiteter als bei Rassen, bei denen dieser Erbfaktor nicht so häufig vorkommt. Warum das so ist, konnte bislang noch nicht eindeutig geklärt werden. Dennoch scheint es ganz offensichtlich einen Zusammenhang zwischen Augen- und Fellfarbe sowie dem Auftreten von Gehörlosigkeit zu geben.

Warum führt der Gendefekt zu Taubheit?

Ist eine weiße Katze taub, fehlt in ihrem Innenohr in vielen Fällen das sogenannte Corti-Organ. Dieses dient im Ohr der Katze normalerweise als Schnittstelle zwischen akustischen mechanischen Schwingungen und den Nervensignalen.

Fehlt das Corti-Organ bei einer Katze, können Geräusche somit nicht weitergeleitet werden und der Vierbeiner ist daher taub. Katzen ohne Corti-Organ müssen von der Zucht ausgeschlossen werden, da es sich ansonsten um eine in Deutschland verbotene Qualzucht handeln würde.

Wie erkennt man eine taube Katze?

Grundsätzlich verläuft die Entwicklung einer tauben weißen Katze genau wie bei Katzen mit funktionierendem Gehör. Als Laie ist es kaum möglich, die Gehörlosigkeit zu bemerken. Denn Katzen spüren praktisch jeden Luftzug, sodass sich zum Beispiel auch das Klatschen hinter dem Rücken des Vierbeiners nicht als Hörtest eignet und in den meisten Fällen ganz normal wahrgenommen wird.

Stattdessen sollte mit der Katze ein spezieller Hörtest beim Tierarzt gemacht werden. Mit diesem lässt sich feststellen, ob der Vierbeiner auf einem oder auch beiden Ohren taub ist.

Tipps für die Haltung einer tauben weißen Katze

Da taube Katzen Gefahren in ihrer Umgebung meist deutlich später oder gar nicht wahrnehmen, ist es ratsam, sie ausschließlich als Wohnungskatzen zu halten. Als Freigänger wäre das Unfallrisiko im Straßenverkehr einfach viel zu groß.

Beachten Sie außerdem, dass Ihre taube Katze auch Sie etwas später bemerkt und bei unerwarteten Annäherungsversuchen sehr schnell erschrecken kann. Gerade wenn Sie Kinder haben, sollten Sie diese darauf hinweisen, um Zwischenfälle mit den scharfen Krallen des Vierbeiners zu vermeiden.

Davon abgesehen stellt Gehörlosigkeit für Katzen allerdings keine allzu große Einschränkung dar. In einem liebevollen Zuhause mit rücksichtsvollen menschlichen Mitbewohnern kann daher auch eine taube weiße Katze ein vollkommen glückliches Leben verbringen.