Home » Magazin » Magazin

Was darf ich meinem Welpen zu essen geben?

Die meisten Hunde sind nicht wählerisch, was Fressbares betrifft. Trotzdem vertragen sie nicht alles. Im Gegenteil. Vieles, was für uns Menschen bekömmlich ist, kann für Hunde giftig sein. Da Welpen kleiner und empfindlicher sind, gilt dies für sie besonders. Auch das richtige Nährstoffverhältnis spielt bei der Welpenfütterung eine noch wichtigere Rolle. Doch was dürfen wir nun unserem Welpen zu essen geben und was nicht?

Das richtige Futter – für Welpen besonders wichtig

Hunde stammen vom Wolf ab. Wölfe sind Karnivoren (Fleischfresser), weil sie sich von Beutetieren ernähren. Hunde haben eine lange gemeinsame Geschichte mit uns und haben vor allem nach Beginn des Getreideanbaus immer mehr gefressen, was mit Beutetieren nur noch wenig zu tun hatte. Das hat zu Veränderungen in DNA und Stoffwechsel geführt. Deshalb gelten Hunde heute eher zu den Karni-Omnivoren. Sie sind Allesfresser. Trotzdem sollte Fleisch noch immer Hauptbestandteil ihrer Nahrung sein, mit dem sie ihren Nährstoffbedarf komplett decken können, was bei einer rein pflanzlichen Nahrung nicht der Fall ist.

Erwachsene Hunde kommen mit zeitweiser Fehlernährung meist ganz gut zurecht, ohne gleich krank zu werden. Anders sieht es bei Welpen aus. Da sich Welpen und Junghunde noch im Wachstum befinden, ist das richtige Nährstoffverhältnis für sie besonders wichtig. Die Hauptnahrung Ihres Welpen sollte deshalb ausgewogen und bedarfsdeckend sein. Anderenfalls könnte es langfristig zu gesundheitlichen Problemen, z. B. der Gelenke, kommen.

Sofern das Grundfutter ausgewogen ist, ist es erst einmal zweitrangig, ob Sie Ihrem Hund Fertigfutter zu essen geben oder sein Futter selbst zusammenstellen und zubereiten. Entscheiden Sie sich für Letzteres, ist es ratsam, sich im Vorfeld um eine Rationsberechnung zu bemühen und sich einen Futterplan von jemandem erstellen zu lassen, der den Nährstoffbedarf eines Hundewelpen kennt.

Leckerlis und Zwischenmahlzeiten – das darf ein Welpe essen

Zur Belohnung oder als kleine Abwechslung geben wir unseren Welpen gerne Leckerlis oder auch mal einen kleinen Snack zwischendurch. Ist das Hauptfutter Ihres Welpen ausgewogen und übertreiben Sie es nicht mit den Zwischenmahlzeiten, brauchen Sie dabei keine allzu große Sorgfalt walten lassen und auch nichts davon unbedingt in die Rationsberechnung einfließen lassen.

Handelsübliche Leckerlis, möglichst ohne Zucker und Farbstoffe, natürlich getrocknete Kauartikel, mal ein Stückchen Käse, einen Löffel Naturjoghurt, gekochte Kartoffel oder etwas Gemüse, z. B. Möhre, vertragen Welpen meist problemlos, wenn die Mengen zunächst kleine sind. Nicht alles kann ein Welpe verdauen. Wenn Sie beispielsweise rohes Gemüse mit starken Zellwänden roh füttern, kann es passieren, dass Ihr Hund es unverdaut wieder ausscheidet.

Probieren Sie nicht zu viele neue Futtermittel auf einmal aus, sondern bestenfalls alle einzeln hintereinander. So erkennen Sie schnell, wenn etwas dabei ist, was er nicht verträgt, und können es zukünftig meiden.

Futterumstellung – bei Welpen ganz behutsam

Welpen haben anfangs noch einen sehr sensiblen Verdauungstrakt. Falsches Futter und plötzliche Futterumstellungen vertragen die wenigsten, ohne mit Verdauungsproblemen wie Durchfall und Erbrechen zu reagieren.

Zieht ein Welpe bei Ihnen ein, füttern Sie ihn in den ersten Tagen am besten mit dem Futter seines Züchters oder Vorbesitzers weiter. Wenn Ihnen dieses Futter nicht gefällt, können Sie es nach und nach umstellen. Dazu warten Sie einige Tage ab, bis Ihr Welpe sich eingelebt hat, denn auch die Aufregung eines neuen Zuhauses kann auf die Verdauung schlagen. Danach ersetzen sie über mehrere Tage hinweg immer etwas mehr von dem gewohnten Futter durch das neue Futter.

Das dürfen Sie Ihrem Welpen nicht zu essen geben

Der Stoffwechsel eines Hundes unterscheidet sich von dem eines Menschen. Es gibt Bestandteile unserer Nahrung, die Hunde aufgrund fehlender Enzyme nicht verstoffwechseln können. Die Folge ist, dass diese Inhaltsstoffe vom Körper des Hundes nicht abgebaut werden, dort Schaden anrichten und den Hund vergiften können. Folgende Nahrungsmittel dürfen Welpen sowie erwachsene Hunde nicht fressen. Diese Liste ist nicht vollständig. Bevor Sie Ihrem Welpen etwas zu essen geben, das für gewöhnlich nicht auf dem Speiseplan eines Hundes steht, informieren Sie sich bitte im Vorfeld über dessen Inhaltsstoffe und seine Verträglichkeit.

  • Schokolade – Kakao enthält Theobromin, das für Hunde schon in recht geringer Menge tödlich wirken kann.
  • Weintrauben / Rosinen – Der Verzehr von Weintrauben oder Rosinen führt bei Hunden zunächst zu Verdauungsbeschwerden und schließlich zum Nierenversagen.
  • Avocado– Avocado enthält das für Hunde giftige Persin. Es lauert vor allem in Blättern und Kernen. Im Fruchtfleisch soll es nur in geringer Menge enthalten sein. Da es aber scheinbar keine sicheren Quellen dazu gibt, raten wir von der Fütterung Avocados ab.
  • Alkohol – Alkohol ist für Hunde ähnlich giftig wie für uns Menschen. Allerdings zeigen sich bei Hunden die ersten Symptome einer Alkoholvergiftung schon bei sehr geringen Mengen.
  • Koffein – Das in Cola, Kaffee und anderen Lebensmitteln enthaltene Koffein kann von Hunden nicht verstoffwechselt werden und wirkt bei ihnen somit um ein Vielfaches. Es erhöht unter anderem Blutdruck und Körpertemperatur, was zeitnah in einem Herz-Kreislauf-Zusammenbruch endet.
  • Xylit – Xylit (Birkenzucker) ist ein Süßungsmittel, das auch in vielen verarbeiteten Lebensmitteln steckt. Es ist für Hunde bereits in kleinen Mengen tödlich.
  • Rohes Schweinefleisch – Rohes Schweinefleisch kann den Erreger der aujeszkyschen Krankheit enthalten, der für Menschen harmlos, für Hunde aber tödlich ist. Die Bestände der Hausschweine gelten in Deutschland zwar als aujeszky-frei. Einem infizierten Schwein sieht man die Krankheit aber nicht unbedingt an. Bei den Wildschweinen kommen Fälle dieser Krankheit häufiger vor.