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Zecken beim Hund: das müssen Sie zum Thema Zeckenschutz wissen

Zwischen Frühjahr und Herbst sind Zecken sowohl für Menschen als auch für Hunde ein echtes Problem. Gerade unsere Vierbeiner kommen regelmäßig mit den lästigen Parasiten in Kontakt.

Obwohl der Zeckenbiss an sich für den Hund harmlos ist, stellen die Krankheiten, die dabei übertragen werden können, eine große Gefahr dar. Wie Sie im Fall eines Zeckenbisses richtig reagieren und was Sie für den Zeckenschutz bei Ihrem Hund tun können, haben wir in folgendem Ratgeber zum Thema zusammengefasst.

Das Wichtigste auf einen Blick:

  • Zecken sind zwischen Frühjahr und Herbst besonders aktiv
  • Zecken bevorzugen schattige und feuchte Orte
  • Zeckenbisse können Borreliose, FSME, Babesiose, Anaplasmose und Ehrlichiose übertragen
  • Es gibt chemische und natürliche Mittel zum Zeckenschutz
  • Menschen können auf Zeckenmittel reagieren

Zwischen Frühjahr und Herbst sind Zecken sowohl für Menschen als auch für Hunde ein echtes Problem. Gerade unsere Vierbeiner kommen regelmäßig mit den lästigen Parasiten in Kontakt.

Obwohl der Zeckenbiss an sich für den Hund harmlos ist, stellen die Krankheiten, die dabei übertragen werden können, eine große Gefahr dar. Wie Sie im Fall eines Zeckenbisses richtig reagieren und was Sie für den Zeckenschutz bei Ihrem Hund tun können, haben wir in folgendem Ratgeber zum Thema zusammengefasst.

Zecken bei Hunden: lästige und gefährliche Blutsauger

Zecken sind eine Form von Milben, die sich vom Blut anderer Tiere ernährt. Nachdem sie ihr Opfer gestochen haben, saugen sie sich voll. Dies kann je nach Art weniger als eine Stunde aber auch mehrere Wochen dauern. Zum Teil nehmen Zecken dabei ein Vielfaches ihres eigenen Körpergewichts auf.

Es gibt weltweit rund 900 verschiedene Zeckenarten, von denen jedoch bei weitem nicht alle Hunde als ihren bevorzugten Wirt haben. Wird Ihr Vierbeiner von einer Zecke gebissen, handelt es sich dabei sehr wahrscheinlich um eine Schafzecke, Igelzecke oder Auwaldzecke. Auch Braune Hundezecken befallen gerne Hunde. Sie sind jedoch in erster Line in Südeuropa beheimatet.

Hier müssen Sie Ihren Hund besonders gut vor Zecken schützen

Zecken bevorzugen schattige und feuchte Orte, während sie Sonne und Trockenheit in der Regel meiden. Meist sitzen sie in Sträuchern, im Gras oder auf Bäumen, wo sie auf einen potentiellen Wirt warten. Es gibt jedoch auch einige Arten, welche sich aktiv auf die Suche nach einem neuen Opfer begeben.

Als Zeckenzeit gilt gemeinhin die Zeit von März bis Oktober. Während dieser Jahreszeit sollten Sie daher ganz besonders auf mögliche Zeckenbisse bei Ihrem Hund achten. Herrschen im Winter sehr milde Temperaturen, können Zecken jedoch durchaus auch ganzjährig aktiv sein.

Auch wenn der Gedanke, dass sich eine Zecke vom Blut Ihres Hundes ernährt, Sie möglicherweise anekelt, ist das selbstverständlich nicht der Grund für die Gefahr, die von einem Befall mit diesen Parasiten ausgeht.

Das eigentliche Problem besteht vielmehr darin, dass Zecken beim Hund für die Übertragung verschiedener Krankheiten verantwortlich sind. Zwar verursacht sicherlich nicht jeder Zeckenbiss eine Infektion. Allerdings ist das Risiko hoch und zum Teil können die durch Zecken auf Hunde übertragenen Krankheiten sogar tödlich enden.

Zu den Krankheiten, welche durch Zeckenbisse auf Hunde übertragen werden, zählen:

  • Borreliose
  • FSME
  • Babesiose
  • Anaplasmose
  • Ehrlichiose

Borreliose

Bei Borreliose handelt es sich mit Sicherheit um eine der bekanntesten Krankheiten, mit denen Ihr Hund von Zecken infiziert werden kann. Die durch Borrelien ausgelöste Erkrankung durchläuft üblicherweise verschiedene Stadien, wobei jedoch durchaus auch ein völlig harmloser Krankheitsverlauf ohne nennenswerte Beschwerden möglich ist.

Die Symptome, welche eine Borreliose bei Ihrem Hund auslöst, sind meist unspezifisch und treten zudem in vielen Fällen erst mehrere Wochen nach der Infektion durch den Zeckenbiss auf. Das macht es schwierig, die Erkrankung zeitnah zu bemerken.

Im ersten Stadium kommt es für gewöhnlich nur zu einer leichten Schwellung und Rötung der Bissstelle. Das ist durch das Fell des Vierbeiners meist kaum zu erkennen. Zum Teil bleiben diese ersten Anzeichen der Borreliose beim Hund auch komplett aus.

Das zweite Stadium tritt in der Regel erst mehrere Wochen oder sogar Monate später ein. Während dieser Phase der Borreliose kommt es neben Fieber und geschwollenen Lymphknoten oft zu Gelenk- und Muskelschmerzen. Ohne Behandlung sind dann nicht selten Lähmungen sowie schwere Herz- und Nierenprobleme die Folge.

FSME

Auch FSME (Frühsommer-Meningoenzephalitis) ist eine Infektionskrankheit, mit der Zecken Hunde infizieren können. Zum Teil bleiben Symptome bei einer Infektion komplett aus.

Es können aber auch Fieber und grippeähnliche Beschwerden entstehen. In diesem Fall sind dann meist auch Gehirn und Hirnhaut Ihres Hundes von der FSME betroffen. In manchen Fällen tritt dann sogar eine Entzündung der Hirnhaut mit entsprechend ernsten Konsequenzen auf.

Babesiose

Eine weitere Krankheit, mit der Zecken Ihren Hund infizieren können, ist die Babesiose. Diese wird vor allem durch die Auwaldzecke übertragen. Bei einer Infektion mit Babesiose gelangen Babesia-Einzeller in den Organismus des Vierbeiners. Diese schädigen seine roten Blutkörperchen und verursachen dadurch eine Blutarmut.

Ist Ihr Hund an Babesiose erkrankt, muss er umgehend behandelt werden. Anderenfalls verläuft die Infektion innerhalb einiger Tage tödlich.

Anaplasmose

Eine Infektion mit Anaplasmose verläuft bei Hunden häufig ohne das Auftreten von Symptomen. Ob das der Fall ist, hängt jedoch in hohem Maße von der Potenz des Erregerstamms ab.

Ein starker Erregerstamm kann durchaus auch einen schweren Verlauf verursachen. Nach einer Inkubationszeit von etwa 20 Tagen können bei Ihrem Hund dann beispielsweise die folgenden Beschwerden auftreten:

  • Appetitlosigkeit und Abgeschlagenheit
  • Fieber
  • Schwellungen und Entzündungen an den Gelenken
  • Lähmungen
  • Verhärtungen der Muskulatur
  • Vergrößerung von Milz und Leber
  • Blutarmut
  • Probleme mit dem Zentralen Nervensystem

Ehrlichiose

Überträger der Ehrlichiose auf Hunde ist insbesondere die Braune Hundezecke. Dementsprechend ist diese Infektionskrankheit hauptsächlich im Mittelmeerraum verbreitet.

Ihr Verlauf ist entweder akut oder chronisch und von verschiedenen unspezifischen Beschwerden gekennzeichnet. Tritt nach rund drei Wochen das akute Stadium ein, kann es zu Nasenbluten, Atembeschwerden, Fieber und häufigem Erbrechen kommen. Nach 2 bis 4 Wochen hat Ihr Hund die akute Phase der Ehrlichiose in der Regel überstanden.

Im weiteren Verlauf treten oft Monate oder sogar mehrere Jahre keinerlei Beschwerden auf. Geht die Erkrankung dann jedoch in das chronische Stadium über, kommt es plötzlich zu Blutungen, Gelenkerkrankungen, Blutarmut und Ödemen sowie einem starken Gewichtsverlust. In manchen Fällen tritt dann eine Meningoenzephalitis auf.

Wie schwer die Ehrlichiose-Infektion bei ihrem Hund verläuft und welche Symptome dabei im einzelnen auftreten, lässt sich im Vorfeld allerdings nicht genau sagen.

Tipps für den Zeckenschutz bei Hunden

Da der Biss einer Zecke für Ihren Hund durchaus sehr ernste, unter Umständen gar lebensgefährliche, Folgen haben kann, sollten Sie das Thema unbedingt ernst nehmen. Der sicherste Zeckenschutz für Hunde ist es natürlich, Bisse bereits im Vorfeld zu verhindern.

Ein umfassender Schutz ist jedoch kaum möglich. Denn schließlich müssen Sie mit Ihrem Vierbeiner auch weiterhin Gassi gehen, wobei sich Grünflächen und Wälder natürlich nicht gänzlich meiden lassen. Wurde Ihr Hund bereits von einer Zecke gestochen, gilt es daher zumindest dafür zu sorgen, dass diese keine Krankheitserreger übertragen kann.

Zecken beim Hund richtig entfernen

In der Regel suchen sich Zecken erst eine geeignete Stelle, bevor sie tatsächlich zustechen. Bis dahin wandern sie über das Fell Ihres Hundes. Sie haben also in den meisten Fällen etwas Zeit, um die Parasiten zu entdecken und zu entfernen.

Die erste Regel für den Zeckenschutz bei Ihrem Hund lautet deshalb, ihn nach jedem Spaziergang gründlich nach Zecken abzusuchen. Seien Sie dabei möglichst genau und beenden Sie Ihre Suche auch dann nicht, wenn Sie bereits einen der Parasiten gefunden haben. Denn wo eine Zecke ist, sind oft noch mehr davon.

Durch das gründliche Absuchen nach dem Gassigehen, reduzieren Sie das Risiko von Zeckenbissen bei Ihrem Hund deutlich. Es kann jedoch durchaus vorkommen, dass Sie zu spät kommen und einer der Parasiten bereits mit seiner Blutmahlzeit begonnen hat.

Die Infektion dauert nach dem Zeckenbiss meist einige Stunden

Glücklicherweise dauert es jedoch meist eine Weile, bis Krankheitserreger über den Parasiten in den Organismus Ihres Vierbeiners gelangen. Abhängig von der Art der Erkrankung kann dies bis zu einem Tag dauern.

Sofern Sie die Zecke möglichst schnell vollständig entfernen, ist es deshalb gut möglich, dass Sie dadurch Schlimmeres verhindern können. Zum Entfernen der Parasiten nutzen Sie am besten eine spezielle Zeckenzange und achten darauf, dass ihr Kopf nicht in der Bissstelle stecken bleibt.

Hier stechen Zecken bei Hunden häufig zu

Übrigens stechen Zecken bei Hunden besonders gerne im Kopfbereich zu. Dennoch sollten Sie selbstverständlich stets den kompletten Körper Ihres Vierbeiners absuchen.

Zeckenmittel für Hunde

Es gibt zudem eine Reihe verschiedener Zeckenmittel für Hunde zu kaufen. Bei diesen können Sie sich zwischen Zeckenhalsbändern und sogenannten Spot-on Präparaten, also Zeckenschutz zum Auftragen auf Haut und Fell, entscheiden.

Vorsicht: Zeckenschutzmittel sind oft schädlich

Derartige Zeckenmittel schützen Ihren Hund davor, dass Zecken ihn befallen oder töten die Parasiten bei Kontakt zumindest ab. Allerdings sollten Sie wissen, dass Zeckenmittel für Hunde durchaus gesundheitsschädlich sind.

Die Präparate enthalten oft Insektizide, wie beispielsweise Permethrin. Diese machen Zecken zwar zuverlässig unschädlich, können gleichzeitig aber auch Ihrem Hund ernste gesundheitliche Probleme bereiten. Denn mit der Zeit lagern sich die giftigen Stoffe aus dem Zeckenmittel im Körper ab, was unter Umständen zu Krämpfen, Lähmungserscheinungen sowie Koordinationsstörungen führen kann.

Das gilt auch dann, wenn zunächst keine Symptome auftreten. Denn oft dauert es eine Weile, bevor die Giftkonzentration im Körper hoch genug ist, um Auswirkungen auf die Gesundheit zu haben. Leber- und Nierenschäden sowie Krebserkrankungen sind dabei nur einige Beispiele dafür, was die dauerhafte Nutzung von Zeckenmitteln bei Ihrem Hund anrichten kann.

Auch Menschen können durch Zeckenmittel krank werden

Die Gesundheitsrisiken von Zeckenmitteln beschränken sich nicht nur auf Ihren Hund. Auch Sie können durch den (regelmäßigen) Kontakt mit ihnen krank werden. Leben in Ihrem Haushalt Kinder, ist das Risiko für diese besonders hoch.

Bevor Sie einen Zeckenschutz für Ihren Hund kaufen, sollten Sie sich deshalb gut über die enthaltenen Wirkstoffe und deren Risiken und Nebenwirkungen informieren. Sofern das Risiko für Zeckenbisse in Ihrer Region nicht allzu groß ist, lohnt sich der Einsatz von Zeckenmitteln für Hunde oft nicht.

Natürlicher Zeckenschutz für Hunde als Alternative

Abgesehen von klassischen Zeckenmitteln gibt es mittlerweile auch vermehrt natürliche Präparate zu kaufen. Auch wenn Sie sich hier bei weitem nicht bei allen Produkten auf die Wirksamkeit verlassen können, stellen zumindest einige von ihnen eine gute Alternative dar. So wurde im Rahmen von Studien beispielsweise herausgefunden, dass die mittelkettige Fettsäure Laurinsäure einen guten Zeckenschutz bietet. In natürlicher Form ist Laurinsäure insbesondere in Kokosnüssen enthalten. Daher können Kokosöl sowie kokosölhaltige Zeckenmittel durchaus eine geeignete Alternative für den Zeckenschutz bei Ihrem Hund darstellen.

Zecken beim Hund – unser Fazit

Zecken sind von März bis Oktober eine ernste Gefahr. Aufgrund dessen, dass sie Erreger für verschiedene gefährliche Krankheiten in sich tragen, kann ein an sich harmloser Zeckenbiss Ihrem Hund ernste gesundheitliche Schäden zufügen. Um dass zu verhindern, sollten Sie während der Zeckensaison unbedingt die folgenden Regeln befolgen:

  • Untersuchen Sie Ihren Hund nach dem Gassigehen gründlich.
  • Entfernen Sie Zecken, die auf seinem Fell sitzen, umgehend.
  • Hat eine Zecke bereits zugebissen, entfernen Sie diese vollständig mithilfe einer Zeckenzange.
  • Bleiben Sie achtsam und suchen Sie im Falle von Symptomen einer Krankheit sofort den Tierarzt auf.

Davon abgesehen, sollten Sie zudem über die Nutzung eines Zeckenmittels für Hunde nachdenken. Da herkömmliche Präparate oft giftig sind, sind natürliche Alternativen wie Kokosöl möglicherweise besser geeignet. Für eine optimale Wirksamkeit eines solchen Zeckenschutzes für Hunde ist eine regelmäßige Anwendung erforderlich.