Skip to content

Warum man Hunde im Sommer nicht schert

Home » Warum man Hunde im Sommer nicht schert

Viele Hundebesitzer entscheiden sich dazu, das Fell ihres Hundes im Sommer zu scheren. Neben der Vermeidung einer vermeintlichen Überhitzung hat das bei den meisten Haltern vor allem hygienische und optische Gründe. Immerhin verlieren Hunde mit langem Fell recht viele Haare und das Fell kann ohne adäquate Pflege leicht verfilzen und Schmutz aufnehmen.

Wann man Hunde im Sommer schert und welche Probleme der Kurzhaarschnitt für Ihren Vierbeiner mit sich bringen kann, erklären wir Ihnen im Folgenden.

Das Wichtigste auf einen Blick

  • Durch die Schur kann das Haarkleid seine eigentliche Schutzfunktion nicht mehr erfüllen

  • Aufgrund des gekürzten Fells wird die Thermoregulation beeinträchtigt, sodass die sommerliche Hitze dem Hund mitunter sogar noch mehr zu schaffen macht.

  • Das Scheren kann die Fellstruktur beim Hund dauerhaft schädigen.

  • In manchen Fällen verschafft das Scheren den Hunden im Sommer große und notwendige Erleichterung. Gerade bei Hunden mit sehr viel Fell kann das Scheren im Sommer dennoch Erleichterung verschaffen.

Aufbau und Funktion des Hundefells

Die meisten Hunderassen besitzen ein Fell, das mit der Unterwolle und dem darüberliegenden Deckhaar aus zwei Schichten besteht. Das Deckhaar wird auch als Grannenhaar bezeichnet. Es weist eine festere und längere Struktur als die Unterwolle auf. Seine Aufgabe besteht darin, den Hund vor äußeren Einflüssen, wie zum Beispiel Wasser, Wind und Sonne, sowie vor mechanischen Einwirkungen, die zu Verletzungen der Haut führen können, zu schützen.

Die Unterwolle ist im Vergleich zum Deckhaar kürzer und weicher. Ihre Aufgabe besteht in erster Linie darin, den Hund im Winter zusätzlich vor Kälte zu schützen. Beide Schichten des Hundefells sind einer regelmäßigen Erneuerung unterzogen, bei der die alten Haare ausfallen und durch neue ersetzt werden.

Welche Folgen das Scheren des Fells hat

Werden Hunde im Sommer geschoren, führt das dazu, dass das Deckhaar zu kurz ist, um seine Schutzfunktion zu erfüllen. Dadurch ist die empfindliche Haut des Hundes deutlich anfälliger für äußere Einflüsse. Neben einer erhöhten Sonnenempfindlichkeit steigt aufgrund des fehlenden Deckhaars unter anderem auch das Risiko für Hauterkrankungen sowie einen Befall mit Parasiten an.

Hinzu kommt, dass das Scheren des Hundes die Thermoregulation stört, was sich auch im Hinblick auf das heiße Wetter im Sommer als problematisch erweisen kann.

Darüber hinaus kann es durch die Schur zu dauerhaften Strukturveränderungen des Fellkleids kommen. Sa kann es vorkommen, dass Teile des Deckhaars von der Unterwolle verdrängt werden oder das ehemals seidig glänzende Fell eines Hundes aufgrund des Scherens beim Nachwachsen eine strohige Struktur annimmt.

Sinnvolle Alternative zur Schur des Hundefells

Das Haarkleid eines Hundes ist in der Regel so aufgebaut, dass es seine schützende Funktion optimal erfüllen kann. Bei der Pflege sollte daher stets darauf geachtet werden, das Fell in seiner natürlichen Form zu erhalten.

Das kann je nach Aufbau des Fells der jeweiligen Rasse zum Beispiel bedeuten, dass das Haarkleid regelmäßig gebürstet und auf diese Weise von abgestorbenen Haaren befreit wird oder das Fell darüber hinaus bei Bedarf mit einer Schere etwas gekürzt wird.

Hat Ihr Hund viel Fell, liegt es meist daran, dass er viel Unterwolle besitzt. Diese kann etwas ausgelichtet werden, um dem Hund etwas Erleichterung zu verschaffen. Die Unterwolle lässt sich aber mit einfachen Hundekämmen kaum entfernen. Bürsten mit Haken oder drehbaren Zinken  sind dafür besser geeignet. Auch ein Hundefriseur kann Ihnen dabei helfen.

Eine komplette Schur, die aus einem langhaarigen einen kurzhaarigen Hund macht, ist jedoch nicht immer zu empfehlen.

Es gibt Ausnahmen beim Scheren

Für die meisten Hunderassen gilt, dass eine Schur grundsätzlich nicht zu empfehlen ist. Es gibt allerdings auch einige Ausnahmen, wie zum Beispiel Pudel, deren Haarkleid ausschließlich aus Deckhaar besteht.

Bei diesen Rassen stellt eine Schur kein Problem dar. Allerdings sollte auch bei ihnen darauf geachtet werden, das Fell nicht zu stark zu kürzen.

Vor allem ältere Hunde bekommen im Sommer Probleme mit dem Herz-Kreislaufsystem, vor allem dann, wenn sie übermäßig viel Fell haben. Ihnen tut man mit dem Scheren oft etwas Gutes.

Unser Fazit zum Thema Sommerschur beim Hund

Wie Sie sehen, ist die Schur des Fells für Ihren Hund nicht immer nötig und sinnvoll. Es kann aber auch eine gute Maßnahme sein, um die Lebensqualität eines Hundes zu verbessern, wenn dieser im Sommer Probleme bei hohen Temperaturen hat.

Dieser Artikel wurde durch Manuela Vogt geprüft und überarbeitet!

MANUELA VOGT

Tierpflegerin & Tierverhaltensberaterin

Manuela Vogt ist gelernte Tierpflegerin und hat viele Jahre in Tierheimen gearbeitet.

Sie lebt mit ihrer Familie, Hunden, Katze und Kaninchen in Norddeutschland.